Besuch aus Down Under: Australische Austauschschüler auf Gegenbesuch am Comenius "Die Lehrer in Deutschland sind viel lockerer als in Australien", hieß das einstimmige Urteil der Australischen Austauschschüler, die seit nunmehr zwei Wochen am Oberkasseler Comenius-Gymnasium zu Gast sind. Wer hätte das gedacht? Wenn deutsche Schüler an Australien denken, so kommen ihnen automatisch Sonne, Sommer, Sonnenschein, nette Menschen und Ferienstimmung in den Sinn. Berechtigterweise, aber dennoch: An den australischen Schulen geht es ein wenig strenger zu. "Wir haben viel mehr Regeln", erzählt die 17-jährige Isabella. "Toll, war zum Beispiel der Charity-Walk des Comenius´ letzte Woche. Eine solche Aktion wäre in Australien ganz anders abgelaufen, viel disziplinierter und weniger spaßig." Und mit einem breiten Lächeln fügt sie hinzu: "Aber das allerbeste ist, dass wir hier keine Schuluniformen tragen müssen." Auch toll sei es, dass der Unterricht in einem Gebäude stattfinde, die Schulen in Australien seien dahingegen wie ein Campus aufgebaut. Die Schüler wohnen bei deutschen Gastfamilien und fühlen sich pudelwohl. Auch anfänglichen Verständigungsprobleme sind fast schon verflogen: "Meine Gastmutter spricht zum Beispiel gar kein Englisch", erzählt Matthew, "da muss ich einfach deutsch sprechen, selbst wenn´s nicht immer einfach ist." Besonders erstaunt waren die Australier über den Butterbrotservice, den ihre deutschen Gastgeschwister in den Familien haben. "Einerseits sind die Kids hier viel unabhängiger, werden einfach losgeschickt und gehen ihren Weg", stellt Isabella fest, "dann aber wieder bekommen sie ein Pausenbrot geschmiert. Wir zum Beispiel werden immer in die Schule gefahren, müssen uns aber unsere Sandwiches selbst machen." Dabei gäbe es in Deutschland so leckere Dinge für die Schulpause: Waffeln, Schokolade, Kuchen - die deutschen Süßigkeiten haben es den Kids besonders angetan. Noch zehn Tage bleiben die australischen Schüler mit ihren Lehrerinnen Cathy Carroll und Narelle Boman in Deutschland oder vielmehr in Europa, denn neben Reisen nach München, Berlin und Dresden stehen unter anderem noch Prag und Salzburg auf dem Programm. Auf die Frage nach Besonderheiten in Deutschland gab Geburtstagskind Anett eine verwunderliche Antwort: "Die Sonne scheint viel länger!" Erstaunte Gesichter aus den Reihen der deutschen Anwesenden: Hat sie womöglich doch von Australien gesprochen? "Nein, ich meine, es bleibt einfach viel länger hell." Das passt doch prima, denn so bleibt den australischen Schülern viel mehr Zeit, ihr Gastland Deutschland zu erkunden. (cf) www.oberkassel.de 20.06.2007
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