Presse
Beraten und koordinieren

OBERKASSEL Nachdem Oberstudienrätin Eva Granderath 33 Jahre am Comenius-Gymnasium unterrichtete, wurde sie nun pensioniert. In den vergangenen 15 Jahren unterstützte sie zudem als Koordinatorin der Deutsch-Forderkurse Migrantenkinder bei ihrer Integration. Mit der 63-jährigen Lehrerin für Deutsch und Religion sprach RP-Mitarbeiterin Deniz Karius über diese Arbeit.
Seit wann gibt's Förderunterricht für Kinder von Migranten?
Granderath: Als 1989/90 verstärkt russische Juden und deutsche Spätaussiedler nach NRW kamen, wollte das Land etwas tun, um ihren Kindern die Integration zu erleichtern. So wurden Förderkurse für Deutsch eingerichtet. Heute lernen die Kinder, die wenig oder gar kein Deutsch sprechen, ein Vierteljahr lang vormittags zentral am Lessing-Gymnasium, können danach dort weiterführende Nachmittagskurse besuchen. Allerdings reicht ein knappes Jahr ja nicht zum Erlernen einer Sprache aus. Vor allem Kinder, die aus Japan, Persien oder China stammen, brauchen länger. Deshalb wurden bis zu Beginn des vergangenen Schuljahrs für die weitergehende Förderung noch Honorarkräfte öffentlich finanziert.
Und jetzt?
Granderath: Ist an einigen Schulen dafür die Theo Münch-Stiftung als privater Sponsor eingesprungen. Denn ohne Förderunterricht hätten die Schüler, die oft ganz hervorragende Zeugnisse aus ihrer Heimat mitbringen, an weiterführenden Schulen keine Chance, es sei denn, die Eltern könnten sich teuren Privatunterricht leisten.
Was war Ihre Aufgabe als Koordination der Deutschangebote?
Granderath: Eine Zeit lang habe ich selbst Deutsch als Fremdsprache unterrichtet, war dann vor allem Bindeglied zwischen Honorarkräften und Lehrern. Und gemeinsam mit Lehrern und Schulleitung habe ich überlegt, in welcher Klasse die Schüler am besten aufgehoben wären. Das war eine sehr schöne Aufgabe, etliche Schüler haben sogar Einser-Abschlüsse gemacht.
Wer macht nun die Koordination?
Granderath: Der Kollege Rainer Ott, der Englisch und Erziehungswissenschaften unterrichtet, wird das ab kommenden Schuljahr übernehmen, so dass Schüler, Eltern und Lehrer weiterhin einen Ansprechpartner haben.
Rheinische Post, 27.07.2004
|