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Steppen wie einst Fred und Ginger



Hoofers-Club gab Tanzstunde im Comenius

Oberkassel/Unterbilk (SP). Erst ist Kemal ein bisschen skeptisch. Dann helfen aber die knallroten Schuhe und das Lächeln von Robert L. Leed, die Scheu zu überwinden. "Klar mache ich mit", sagt er. Mit dem Wunsch ist Kemal im Comenius-Gymnasium nicht allein. Keine Frage, Robert L. Reed ist ein gewinnender Typ. Mit dem auffälligen Outfit und der ansteckend guten Laune hat der Stepptanz-Professor aus Oklahoma die 300 Gymnasiasten schnell auf seiner Seite und überzeugt sie von der Faszination des Tanzes. Der Amerikaner gastierte mit seinem St. Louis-Hoofers-Club in Düsseldorf. Am Comenius-Gymnasium brachte er mit seinen Tänzern - die Stepper des Hoofers-Club sind zwischen acht und 14 Jahren alt - auch die Comenius-Pennäler zum Tanzen. Nach gut einer halben Stunde Show waren auch die Düsseldorfer Schüler eifrig dabei, den Tanz mit den klappernden Schuhen auszuprobieren. Mario war am Anfang noch nicht sonderlich überzeugt. Dann kam er aber schnell zu dem Ergebnis: "Das ist klasse, das will ich auch machen." Auf solche Reaktionen hat Ulrike Steinborn gehofft. Die Lehrerin am Comenius-Gymnasium hat zusammen mit der Unterbilker Stepp-Tanzschul-Betreiberin Ulrike Dinger die amerikanischen Gäste an den Rhein geholt. Für Steinborn passen die jugendlichen Tänzer des Hoofers-Clubs gut zum Comenius-Konzept. "Wir legen bereits länger einen Schwerpunkt auf Sport", erklärt Steinborn. Beim Stepptanz kommt ihrer Ansicht nach noch ein Aspekt hinzu: "Das fördert den interkulturellen Austausch." Von dem waren die Oberkasseler Schüler angetan. Vor allem, weil ihnen der Tanz von Gleichaltrigen beigebracht wurde. "Das könnte ich öfter machen", ist Mario nach Show und Workshop begeistert. Steinborn will jetzt überlegen, ob Stepptanz fest ins Schulprogramm aufgenommen wird.

Westdeutsche Zeitung, 23.04.2004