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"Wenn es knackte, fuhr es mir durch Mark und Bein"
Fotograf Dieter Knopp wollte sein Bild vom staubsaugenden Hausmeister so gerne bestätigt wissen. Karl-Heinz Hübner tat ihm den Gefallen und schleppte das Ungetüm sogar über den Schulhof.
Neue Serie: Hausmeister in den Schulen / WZ stellt eine Auswahl vor
Von Juliane Kinast
Sie sind lange vor Unterrichtsbeginn auf den Beinen und machen als letzte. das Licht aus: Ohne Hausmeister würde in den Schulen das Chaos regieren. Karl-Heinz Hübner ist einer von denen, die die Schülerhorden in Zaum und die Ordnung aufrecht halten. Seit 1997 arbeitet er am Comenius-Gymnasium.
In der Anfangsphase wohnte er mit Frau und Tochter noch in Eller und pendelte - bei einem Arbeitstag von 7.30 bis 22 Uhr kein angenehmes Unterfangen. Aber der Schulhof ist nachmittags als Spielhof freigegeben, die Turnhalle abends für Sportvereine offen, im Gebäude finden ASG-Kurse statt und der Hausmeister muss eben immer ein Augeeauf das Geschehen haben. "Wenn ich da als Frischling um 22 Uhr durch das Haus gegangen bin und es knackte irgendwo, dann fuhr es mir durch Mark und Bein", erinnert sich Karl-Heinz Hübner. Er war froh, als die Hausmeister-Wohnung renoviert war und seine Familie umziehen konnte. Aber den Arbeitsplatz nur 40 Meter von der Haustür entfernt zu haben, hat auch einen Preis: die Privatsphäre.
Wann immer es etwas zu tun gibt, klopft man vertrauensvoll an seine Pforte. "Am Anfang war es gewöhnungsbedürftig", erzählt Hübner, "Sachen wie Einkaufen bleiben immer an meiner Frau hängen." Und trotzdem macht Petra Hübner den Zirkus gerne mit: "Die kennt mich gar nicht anders", lacht der Hausmeister, "ich bin immer auf Achse. Deshalb hat sie gesagt: 'Dann kannst du auch Hausmeister werden'."
Und so werkelt Hübner seit fünf Jahren fröhlich vor sich hin. Hilfe will er nicht. "Und wenn ich sie doch brauche, helfen die Großen", sagt er, sichtlich zufrieden mit der Schülerschaft. "In den fünf Jahren habe ich mich ein bisschen abgeschottet und mache lieber mein eigenes Ding." Was nicht heißt, dass er für Abi-Streich und Hockey-Spiele nicht als helfende Hand zur Verfügung steht. "Jeder will mal ein bisschen Ruhe", meint Hübner, "aber ganz abschalten kann ich nicht, das gebe ich zu. Ich denke mir auch samstags mal, den Handschlag könnte ich noch machen, und schon bin ich wieder in der Schule. So ganz außer Dienst ist man nie."
Zumindest braucht er sich heute nicht mehr vor der dunklen, leeren Schule in der Nacht zu fürchten, er hat einen ständigen Begleiter: Labrador Benny.
Westdeutsche Zeitung, 25.04.2002
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