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Tafelfreuden mit urigen TrinkhÖrnern
KUNSTPROJEKT: Schüler des Comenius-Gymnasiums fertigten im Hetjens-Museum Keramikgefäße.
OEERKASSEL. "Die Form hinzukriegen, war das Schwierigste", sagt Stephanie Schuh (16) und zeigt auf ihre kleine Kanne im Kuhfleck-Design. Die selbst gefertigte Keramik steht auf einer langen Tafel, die 28 Schülerinnen und Schüler des Comenius-Gymnasiums im Hetjens-Museum gedeckt haben. Die Jugendlichen aus der 10b haben an dem Vernetzungsprojekt des Kulturamts zwischen Schulen und Museen teilgenommen. Ihr Thema hieß "Tafelfreuden", so war es für sie nahe liegend, das Ende ihres Kurses mit einem intemationalen Festschmaus zu begehen.
Den Kontakt zwischen Kulturinstitut und Schule hat Georg Aehling hergestellt. "Für mich war bei der Wahl des Museums wichtig, dass die Klassen hier praktisch für den Kunstunterricht arbeiten können", sagt der Lehrer des Comenius-Gymnasiums. Schulleiterin Monika Matthes und Museumsdirektor Bernd Hakenjost sind von den Arbeiten der Zehntklässler begeistert. Auf der Tafel stehen Schüsseln mit floralen Ornamenten, urige Trinkhörner neben filigran bemalten Tellern. Manche wagten sich sogar an große Saftkannen.
Ein halbes Jahr lang haben sie jede Woche zwei Schulstunden lang den Ton geschlagen, geknetet, geformt. Da das Museum in seiner Werkstatt nur 15 Arbeitsplätze hat, musste die Klasse geteilt werden. "Es war für die Jugendlichen ein besonderes Erlebnis, dass sie einen Gebrauchsgegenstand selber herstellen können", meint die Kunsterzieherin Constanze Lueb. Und ganz nebenbei war das gemeinsame Töpfern auch eine Lektion in Sachen Gruppenarbeit, fügt sie hinzu.
Die Schüler selbst geben auch ein positives Echo auf die Aktion. Das Arbeiten in der Keramikwerkstatt des Museums habe alle inspiriert, auch wenn sie viele Kunstgegenstände aus den Jahrtausenden nur bedingt ansprechend finden. Aber Letzteres wurde nur ganz leise angemerkt. Das Kulturamt ist mit dem Erfolg des Projekts sehr zufrieden und will die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Museen weiter fördern.
Neue Rhein-Zeitung, 12.03.2004, von PAMELA BROSZAT
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