Presse
TÖpfern im Unterricht
Null Bock? - Von wegen!
OBERKASSEL. Jugendliche in der Pubertät sind lustlos, unmotivierbar und wollen am liebsten nur rumhängen - die Null-Bock-Phase eben. Vorurteil oder Tatsache?
Die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse des Comenius-Gymnasiums zeigten, dass es auch anders geht. Ein halbes Jahr lang hielten sie ihren Kunstunterricht in der Töpferwerkstatt des Hetjens-Museums ab und ließen sich von der Daueraustellung 8000 Jahre Keramikgeschichte inspirieren. Zum Abschluss des Projektes, das im Rahmen der Aktion "Jugend, Kultur und Schule" entstanden ist, richteten die Jugendlichen zwei große Speisetafeln im Hetjens-Museum an. Es gab internationale Speisen, von den Schülern selbst zubereitet, und gegessen wurde natürlich aus den getöpferten Schalen, Tellern und Bechern.
Die Stimmung unter den Jugendlichen war toll - der Spass an dem Projekt war ihnen anzusehen. "Wir hatten eine ganz andere Motivation als im normalen Kunstunterricht", sagte eine Schülerin, "durch die Möglichkeit sich im Museum umzuschauen und seine Ideen direkt verwirklichen zu können, habe ich eine ganz neue Art von Kunst kennengelernt. In der Schule haben wir bisher immer nur gemalt - allerhöchstens was mit Zeitungspapier gebastelt. Das hier ist eine tolle Abwechslung."
Auch von Seiten der Lehrer und Initiatoren ist Begeisterung zu hören. "So ein Projekt - das ist Schule heute", sagt Rainer Steger, Referatsleiter von Schule, Beruf und Kultur, "unter den Schülern ist keiner mit einem miesen Gesicht zu sehen. Von wegen Null Bock Phase."
Seit Juni 2003 besteht eine Partnerschaft zwischen dem Hetjens-Museum und dem Comenius-Gymnasium mit dem Ziel, den Schülern Kunst und Kultur im Unterricht näher zu bringen. Das Töpferprojekt der 10. Klasse ist nun beendet, eine Reihe der Schülerinnen und Schüler sind jedoch auf den Geschmack gekommen und haben sich zu einem Töpferkurs im Hetjens Museum angemeldet. Den Töpferkursus besuchen sie in ihrer Freizeit und nicht mehr als Pflichtprogramm im Rahmen des Kunstunterrichts - eindeutiger Beweis dafür, dass auch Jugendliche von 15 bis 17 Jahren motivierbar sind und nicht bloß rumhängen wollen. Man muss ihnen nur das Richtige bieten.
Rheinische Post, 16.03.2004, von JOHANNA WEISS
Null Bock? - Von wegen!
OBERKASSEL. Jugendliche in der Pubertät sind lustlos, unmotivierbar und wollen am liebsten nur rumhängen - die Null-Bock-Phase eben. Vorurteil oder Tatsache?
Die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse des Comenius-Gymnasiums zeigten, dass es auch anders geht. Ein halbes Jahr lang hielten sie ihren Kunstunterricht in der Töpferwerkstatt des Hetjens-Museums ab und ließen sich von der Daueraustellung 8000 Jahre Keramikgeschichte inspirieren. Zum Abschluss des Projektes, das im Rahmen der Aktion "Jugend, Kultur und Schule" entstanden ist, richteten die Jugendlichen zwei große Speisetafeln im Hetjens-Museum an. Es gab internationale Speisen, von den Schülern selbst zubereitet, und gegessen wurde natürlich aus den getöpferten Schalen, Tellern und Bechern.
Die Stimmung unter den Jugendlichen war toll - der Spass an dem Projekt war ihnen anzusehen. "Wir hatten eine ganz andere Motivation als im normalen Kunstunterricht", sagte eine Schülerin, "durch die Möglichkeit sich im Museum umzuschauen und seine Ideen direkt verwirklichen zu können, habe ich eine ganz neue Art von Kunst kennengelernt. In der Schule haben wir bisher immer nur gemalt - allerhöchstens was mit Zeitungspapier gebastelt. Das hier ist eine tolle Abwechslung."
Auch von Seiten der Lehrer und Initiatoren ist Begeisterung zu hören. "So ein Projekt - das ist Schule heute", sagt Rainer Steger, Referatsleiter von Schule, Beruf und Kultur, "unter den Schülern ist keiner mit einem miesen Gesicht zu sehen. Von wegen Null Bock Phase."
Seit Juni 2003 besteht eine Partnerschaft zwischen dem Hetjens-Museum und dem Comenius-Gymnasium mit dem Ziel, den Schülern Kunst und Kultur im Unterricht näher zu bringen. Das Töpferprojekt der 10. Klasse ist nun beendet, eine Reihe der Schülerinnen und Schüler sind jedoch auf den Geschmack gekommen und haben sich zu einem Töpferkurs im Hetjens Museum angemeldet. Den Töpferkursus besuchen sie in ihrer Freizeit und nicht mehr als Pflichtprogramm im Rahmen des Kunstunterrichts - eindeutiger Beweis dafür, dass auch Jugendliche von 15 bis 17 Jahren motivierbar sind und nicht bloß rumhängen wollen. Man muss ihnen nur das Richtige bieten.
Rheinische Post, 16.03.2004, von JOHANNA WEISS
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