Small Talk statt Shakespeare-Analyse In Firmen wie Henkel gehört Englisch zum Alltag: Englischsprachige E-Mails müssen geschrieben werden, man muss in Übersee anrufen oder Präsentationen in der Fremdsprache ohne Schweißausbrüche ausarbeiten. Auszubildende, die Englisch nicht als "Alltagssprache" beherrschen, haben es schwer, berichtet Henkel-Pressesprecher Rolf Fischer. Um die Lücken vieler Neueinsteiger zu schließen, absolvieren die künftigen Azubis bei Henkel in den Sommerferien freiwillig einen Sprachkurs, bevor ihre eigentliche Ausbildung beginnt. Mit der Initiative "Schule trifft Fremdsprache im Beruf", die das Comenius-Gymnasium, Henkel und die Industrie- und Handelskammer (IHK) ins Leben gerufen haben, sollen Schüler schon vor dem Einstieg in den Beruf fit gemacht werden. "Wir wollen sie nicht zu Fremdsprachen-Korrespondenten ausbilden - das ist viel zu früh", sagt Gabriele Eilert-Ebke, Leiterin der Fremdsprachen-Abteilung bei Henkel. Ohnehin hätten die Azubis selten Probleme mit dem Fachvokabular, es hapert eher mit dem Small Talk". Da genau setzt die Initiative an. Im Comenius-Gymnasium können Zwölftklässler seit diesem Schuljahr einen Grundkurs mit dem Schwerpunkt Berufsorientiertes Englisch wählen. Die 15 Schüler, die an dem Pilotprojekt teilnehmen, konnten bei der betriebsinternen Sprachfortbildung bei Henkel hineinschnuppern. Telefonieren und E-Mails verfassen gehört fest zum Stundenplan. Aber auch auf klassische Textarbeit wird nicht verzichtet. Am Ende der Oberstufe können die Schüler ein Sprachzertifikat der IHK erwerben. "Für Leistungskursschüler wollen wir ab dem kommenden Schuljahr eine einstündige Arbeitsgemeinschaft anbieten", berichtet Ingrid Hartmann-Scheer. Dafür hat die Englisch- und Lateinlehrerin noch einmal die Schulbank gedrückt und ein Praktikum bei Henkel gemacht. Westdeutsche Zeitung, 01.07.2004, kat |