Presse
Besseres Business mit Fremdsprachen
"Mit Shakespeare an den Verhandlungstisch?" fragten die Industrie- und Handelskammer Düsseldorf und Henkel provokant auf dem "Forum Fremdsprachen in Schule und Wirtschaft" am 21. Juni. Was zunächst wie eine freche Frage klingt, stellte sich nach über drei Stunden Gesprächen und Diskussionen als sehr wohl vereinbar heraus: Ja, Shakespeare hilft am Verhandlungstisch weiter, denn mit einer guten Allgemein(aus)bildung, die auch das Beherrschen von Fremdsprachen beinhaltet, kommt man im Beruf besser zurecht. So lautete das Fazit auf dem "Forum Fremdsprachen in Schule und Wirtschaft" am Montag, 21. Juni 2004 in Düsseldorf-Holthausen. Vertreter verschiedener Schulen, Unternehmen und der Bezirksregierung diskutierten mit etwa 150 Lehrern und Interessierten über die zukunftsorientierte Vermittlung von Fremdsprachenkenntnissen an allgemeinbildenden Schulen. Außerdem stellten Henkel und die Industrie- und Handelskammer Düsseldorf (IHK) erstmals Einzelheiten des Modells "Initiative Schule trifft Fremdsprache im Beruf' vor.
Einmalig in Deutschland ist dabei die Zusammenarbeit von Henkel, der IHK Düsseldorf und dem Comenius-Gymnasium Düsseldorf. Mit der "Initiative Schule trifft Fremdsprache im Beruf' lernen Schüler, Englisch bereits in Situationen anzuwenden, wie sie später ständig im Büro vorkommen werden: in Diskussionen/Präsentationen, beim Verfassen von E-Mails oder am Telefon. Sie spielen konkrete Fallbeispiele durch und lernen so mit berufsähnlichen Kommunikationsszenarien umzugehen. Was in den oberen Klassen im Gymnasium schon als Pilotprojekt erprobt wurde, soll bald auch für die Mittelstufe gelten. Die Bezirksregierung Düsseldorf unterstützt die Initiative, die auch anderen Schulen und Unternehmen konkrete Konzepte zum Lernen von Fremdsprachen anbietet, damit das heutige "Schul-Englisch" bedarfs- und praxisorientierter wird. Eine erste Kooperation hatte Henkel schon vor einigen Jahren mit dem Max-Weber-Berufskolleg Düsseldorf vereinbart.
Zum "Forum Fremdsprachen in Schule und Wirtschaft" hatten Gabriele Eilert-Ebke, verantwortlich für Business Communication bei Henkel, und Wolfram Brecht von der IHK Düsseldorf eingeladen. Ihre Gäste waren Vertreter aus Unternehmen, Industrie- und Handelskammern, Schulverwaltung, Ministerien und Lehrer. Eröffnet wurde das Forum von Henkel-Personalvorstand Knut Weinke. Er wies darauf hin, dass Englisch neben Deutsch die zweite, gleichberechtigte Unternehmenssprache bei Henkel ist, da 75 Prozent der Mitarbeiter im Ausland tätig sind. Daher sei die Fähigkeit zur internationalen und interkulturellen Kommunikation eine Frage von "to be or not to be" für international tätige Unternehmen wie Henkel. "Bildung und Bedarf sind keine Gegensätze, denn Bildung muss Lebensnähe haben und jeder Aspekt des Lebens hat bildenden Charakter", sagte Weinke.
Mit Shakespeare-Zitaten, von englischen professionellen Schauspielern vorgetragen, leitete der Moderator des Forums, Ian McMaster, Chefredakteur der Zeitschrift "Business Spotlight", zu einem Dialog über: Jürgen Büssow, Regierungspräsident des Regierungsbezirks Düsseldorf, und Dr. Udo Siepmann, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf, diskutierten über mögliche Vereinnahmungen der Schule durch die Wirtschaft, moderne Anforderungen an Berufseinsteiger sowie kommende neue Märkte und die dazugehörigen Fremdsprachenanforderungen, wie zum Beispiel Russisch.
Ziel war, den Teilnehmern des Forums, attraktive und gangbare Wege für die Unterrichtsgestaltung an allgemeinbildenden Schulen aufzuzeigen, die die Schüler motivieren und sinnvoll auf ihren späteren Einstieg in den Beruf vorbereiten. Deshalb wurden nach den Thementischen konkrete Forderungen an Politik, Wirtschaft, Schulverwaltung und Lehrer formuliert, wie zum Beispiel der Aufbau gemeinsamer Netzwerke zur Durchführung von Workshops für Lehrer oder die Einrichtung einer gemeinsamen Internet-Seite zum Austausch von Best-practice-Beispielen für den Unterricht.
Henkel-Life ONline, 24.06.2004
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