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Schule wird zum Fitness-Tempel
Gegen Bewegungsmangel bei Kindern

Comenius-Gymnasium: Ex-DEG-Star bringt Schüler auf Trab

Immer mehr Zeit für Computer und Fernsehen, immer weniger für Bewegung. Das kann bei Kindern schnell zu Konzentrationsmängeln und fehlender körperlicher Fitness führen. Und bei einigen zu Übergewicht. Das Comenius-Gymnasium versucht jetzt, mit einem speziellen Sportprogramm Abhilfe zu schaffen. Die Turnhalle verwandelt sich regelmäßig in ein Fitness-Studio. Früher empfanden die Schüler des Gymnasiums das Wort "Zirkeltraining" als Drohung, und die Mundwinkel verzogen sich im Kollektiv nach unten. Dank des neuen "Bodyspiders" (Körperspinne) hat sich das geändert. Auf ihn mit Gebrüll! Innerhalb von zwei Minuten ist das Multifunktionsgerät aufgebaut: die sechsarmige Trainingsstation, sechs Mini-Trampoline und sechs Fahrradergometer. "Das System bietet 180 Trainingsmöglichkeiten, je nach Alter und Kondition", schwärmt Peter-Axel ("Air Force") Müller, Sportlehrer und Ex-DEG-Spieler. Ziel der Übungen: durch verbesserte Ausdauer und Leistungsfähigkeit die Lernleistung und Konzentration zu steigern. Auch die 5b lässt sich begeistern. Besonders gut kommt die Musik an. Solange die Anlage dröhnt, wird geschuftet, dann gibt es ein paar Sekunden Verschnaufpause. Und weiter geht es zur nächsten Station. "Fast so gut wie Fussball", meint Leon (11). Nach 14-minütigem Training sind die Wangen der Fünftklässler gerötet. "Macht aber trotzdem Spaß. Sehr abwechslungsreich", findet Oliver (11). Sehr angetan ist Schulleiterin Monika Matthes: "Es ist eine gute Möglichkeit, auch die faulen und zurückhaltenden Schüler zu integrieren. Keiner kann sich drücken." Ein Multifunktionsgerät für 15 000 Euro hat die Schule selbst finanziert, ein weiteres sponsert wahrscheinlich die Stadt. Fünf weiterführende Schulen sollen mit dem System probeweise ausgestattet werden. "Solche Maßnahmen können den Krankenkassen Millionen sparen helfen. Krankheiten und Körperschäden wird vorgebeugt", sagt Jens Stuhldreier, Sozio-Ökonom der Uni Duisburg.

Express, 03.03.2004, Von SANDRA SCHMIDT