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Cheftag mit Thorsten Dirks - Ideen zu Taten

Mit Thorsten Dirks, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der E-Plus Gruppe, kam ein echter Macher in die zwölfte Jahrgangsstufe des Düsseldorfer Comenius-Gymnasiums. „Anfang der 90er, bei meinem beruflichen Start in der Mobilfunkbranche, war praktisch noch nichts da. Heute zählen wir mit der E-Plus-Gruppe vom Ergebnis her zu den 50 größten deutschen Unternehmen“. Aus erster Hand erfuhren die Schülerinnen und Schüler der zwölften Jahrgangsstufe, wie die Gründer des deutschen Mobilfunks anfangs prognostizierten, dass „bis zum Jahr 2000 wohl um die zwei Millionen Menschen mit dem Handy telefonieren“ würden. Tatsächlich waren es dann 48 Millionen. In einem beispiellosen Kraftakt bauten die vier deutschen Mobilfunker innerhalb von zehn Jahren flächendeckend ihre Netze aus, heute telefoniert nahezu jeder mit dem Handy.

„Wie entstehen denn solche Innovationen?“ interessiert Fabian Frehe, der am liebsten dem Unternehmenschef dabei über die Schulter schauen möchte. „Wir haben eine Unternehmensentwicklung, in der unsere Mitarbeiter ständig über Innovationen nachdenken“, berichtet der Mobilfunker. Erfolgreich könne das Unternehmen allerdings nur dann sein, wenn „wir gute Ideen auch in die Tat umsetzen“: „Als ich zum Beispiel Rolf Hansen traf und er mir seine Idee eines Mobilfunk-Discounters erzählte, gründeten wir Simyo. Da hatten wir beim Start innerhalb von 24 Stunden bereits 5000 Kunden.“ Die Herausforderung sei, Menschen zu finden, die nicht nur Ideen haben, sondern sie auch umsetzen können: „Viele denken zu sehr prozessorientiert. Das gesteckte Ziel und ein pragmatisch-effizienter Weg dahin sind entscheidend.“

Chefs denken anders, erfuhren die Schüler. „Als Chef“, so Dirks, „muss man auch langfristige ehrgeizige Ziele setzen.“ Als der gelernte Diplom-Ingenieur für Nachrichtentechnik 2005 antrat, das Unternehmen zu verändern, „wollte ich das operative Ergebnis verdoppeln. Das klang zuerst sehr ambitioniert, vier Jahre später haben wir es geschafft.“ „Aber wenn Sie einen Plan so streng befolgen, ist das nicht viel zu unflexibel?“ zweifelt Jan Thursch. Ganz so rigide sind die Pläne nicht, erklärt der E-Plus-Chef: „Es ist wie beim Segeln: Wenn der Wind dreht, muss man auch mal kreuzen. Dabei sollte aber nicht der Kurs verloren gehen.“

„Ist da der Datentransport über Mobilfunk für Sie interessant?“ fragt Jan Thursch nach. Bisher, so erfahren die Schüler, ist der Umsatz aus der Datenkommunikation im Vergleich zu dem aus der Sprachtelefonie und durch SMS noch sehr überschaubar. „Aber die Technologie entwickelt sich weiter“, ist sich Dirks sicher. SMS war eigentlich anfangs ein Abfallprodukt und ist den meisten Handynutzern heute ebenso wichtig wie das Telefonieren. MMS lockt hingegen immer noch zu wenige Kunden hinter dem Ofen hervor. Aber die Endgeräte werden ständig verbessert, und Modelle wie das iPhone fänden viele Kunden schon schick. Die mobile Datenkommunikation nehme daher kontinuierlich zu.

Wie es denn überhaupt bei der E-Plus-Gruppe zugehe, will Daniel Dalhoff wissen. Eher locker, erfahren die Schüler. Stechuhren habe es nie gegeben. Die Kleidung sei leger. Wer will, könne auch zeitweise von zu Hause aus arbeiten. „Und die Mitarbeiter können mich im Bedarfsfall direkt anrufen“, erfahren die Schüler, „an allen Hierarchieebenen vorbei. Ich halte das für wichtig.“

                                                       

Bei den Schülern kam die „tolle Persönlichkeit“, so Louisa Danne, hervorragend an. „Das war cool“, freut sich Marvin Riswick (Mitte), und irgendwie erinnerte die Unternehmensstory Jan Thursch „an die Geschichte vom Tellerwäscher zum Millionär“. Zum Abschluss rückten Schüler, Lehrer, Veranstalter und E-Plus-Chef Thorsten Dirks bei gelöster Stimmung für das obligatorische Gruppenbild zusammen.

Fotos: Markus J. Feger

Focus.de, 06.2009