|
IV.2. Berufsorientierung Eine Übersicht über das 2009 neu beschlossene Fahrten- und Berufsorientierungskonzept kann man hier downloaden (PDF, 45kB). VorbemerkungenBerufsorientierung hängt eng zusammen mit einer Praxisorientierung und der damit verbundenen Konzeption eines praxisbezogenen Lernens. Dabei kommt der Praxisorientierung u. a. in Form von Betriebserkundungen und Betriebspraktika ein besonderer Stellenwert zu. Sie können dazu beitragen, dass zwischen in erster Linie theoretisch ausgerichtetem Lernen und Einsicht in die praktische Anwendbarkeit des erlernten Stoffes keine zu starke Kluft entsteht und zusätzlich eine Motivation der Schülerinnen und Schüler erreicht wird. Die Vorbereitung in speziellen Informationsveranstaltungen, die Durchführung und die Nachbereitung ermöglichen eine engere Zusammenarbeit zwischen Lehrern, Schülern und Eltern. Die Hinführung zu bestimmten Berufen ist nicht das (erklärte) Ziel der Berufswahlvorbereitung. Ziel aller berufsbezogenen Orientierungen und Beratungen im Gymnasium (Sekundarstufe I und II) ist es vielmehr, die Schüler so zu fördern und dahingehend zu befähigen, dass sie selbstständig und eigenverantwortlich sachkundige Entscheidungen im Prozess der Berufswahl treffen können. Das Comenius-Gymnasium hat als eines der ersten Gymnasien im Düsseldorfer Raum schon frühzeitig den herausragenden Stellenwert und die besondere Bedeutung berufsorientierender Maßnahmen erkannt und so war es nur folgerichtig, dies auch als Schwerpunkt im Schulprogramm zu verankern. Die Maßnahmen in den verschiedenen Klassen und Stufen haben sich im Laufe der letzten fünfzehn Jahre – so lange werden bereits Betriebserkundungen und praktika durchgeführt – immer mehr verdichtet. Auch für die Zukunft sind wir offen für weitere Ideen, unseren Schülerinnen und Schülern von schulischer Seite her bei ihren Entscheidungen zur Berufswahl zu helfen. Gesamtkonzeption für die Sekundarstufen I und II Berufswahl ist keine einmalige Entscheidung, sondern ein langfristiger Prozess. Die Schülerinnen und Schüler sollen deshalb in einem gestuften Verfahren, das berufsorientierende Maßnahmen von Klasse 5/6 bis zur Jahrgangsstufe 13 umfasst, mit den Möglichkeiten und Problemen der Berufswahl vertraut gemacht werden. Die Leistungen der Berufsberatung werden hierbei in Anspruch genommen und in den Unterricht einbezogen, im Rahmen der Möglichkeiten der Schule sollen die Schülerinnen und Schüler auch Gelegenheit haben, in Schülerbetriebspraktika und Betriebserkundungen ihren Erfahrungsbereich zu erweitern und über ihren Entscheidungs- und Handlungsspielraum zu reflektieren. Abfolge der Berufsorientierungsmaßnahmen Klasse 5/6 Der Besuch eines Betriebes als erste Kontaktaufnahme mit der Berufs- und Arbeitswelt findet in unseren Eingangsklassen statt. Hierbei bietet sich als Tagesausflug der Besuch eines land- oder forstwirtschaftlichen Betriebes im Rahmen des Erdkundeunterrichts an. Im Mittelpunkt sollen dabei Beobachtungsgesichtspunkte zur Bedeutung von Produktion und Konsum für den einzelnen und der Bedeutung von Arbeit und Versorgung in Agrarräumen stehen. Klasse 8 Der Besuch eines Großbetriebes sowie der Besuch des Arbeitsplatzes der Eltern (oder von Bekannten, Verwandten) werden als Betriebserkundungen im Politikunterricht durchgeführt. Dabei geht es u. a. um die Vermittlung von Kenntnissen über die Eingebundenheit wirtschaftlicher Großbetriebe in das regionale und soziale Umfeld und die damit verbundenen Abhängigkeiten und Probleme und um das Kennenlernen der Vielfalt beruflicher Tätigkeiten. Begleitend dazu wird eine Unterrichtsreihe zu betriebskundlichen Aspekten durchgeführt. Vertieft werden sollen die gewonnenen Eindrücke durch das Schreiben eines Kurzberichtes (Erlebnischarakter). Dieser vom Umfang und den anzugehenden Dimensionen her kurze Bericht ist zudem gedacht als Vorübung für den in der Klasse 9 zu erstellenden Praktikumsbericht. Klasse 9 Die Durchführung eines zweiwöchigen Sozialpraktikums, für das sich die Schülerinnen und Schüler selbst Praktikumsplätze suchen, findet zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres statt. Die Schüler sollen im Rahmen dieses Praktikums in sozialen Einrichtungen wie beispielsweise Altenheimen, Kindergärten, Krankenhäusern, Werkstätten bzw. Schulen für Menschen mit Behinderungen oder ähnlichen Einrichtungen in pflegerischen oder betreuenden Arbeiten tätig werden. Die Vorbereitung erfolgt im Religionsunterricht [evangelisch, katholisch] bzw. im Praktischen Philosophieunterricht. Außerdem findet eine Informationsveranstaltung mit Eltern und Schülern statt, bei der Vertreter verschiedener sozialer Einrichtungen über ihre Arbeit referieren und auch Schüler des letzten Jahrgangs von ihren Erfahrungen berichten. Im Rahmen des Deutschunterrichts findet zudem am Schuljahresbeginn eine Unterrichtseinheit „Bewerbungstraining“ statt, die den Schülern helfen soll, die sich schriftlich oder persönlich um einen Praktikumsplatz bewerben. Die Betreuung der Schülerinnen und Schüler während des Praktikums übernehmen die in den Klassen unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrer. Die Erstellung eines gestalterisch aufwendigen, inhaltlich ausführlichen Praktikumsberichtes schließt das Praktikum ab. Die Nachbereitung des Sozialpraktikums findet im Klassenverband (Religionsunterricht bzw. im Praktischen Philosophieunterricht) auf Grundlage einer schriftlichen Umfrage bei Schülerinnen und Schülern zum Praktikum statt. Klasse 10 Einen Schwerpunkt im Unterricht dieser Klasse bilden Fragen zur Berufswahl im Rahmen des Politikunterrichts [LINK KAP III.12] (Unterrichtsreihe zum Thema: Arbeit und Beruf). Dabei rücken folgende inhaltliche Aspekte in den Vordergrund: - Lebensplanung (Was will ich?) - Arbeitsmarkt (Welche Möglichkeiten habe ich?) - Interessenfindung u. Selbsterkundung (Was kann und will ich?) Dazu wird ein zweitägiges Berufsfindungsseminar durchgeführt - zuletzt mit einer externen Moderatorin. Dabei wird in verschiedenen Gruppen- und Experimentsituationen der Zusammenhang zwischen Berufsfindung und Berufsentscheidung aufbereitet. Ausgehend von Problemen und den Schwierigkeiten der Berufswahl und der Reflexion über den Traumberuf, soll u. a. erkannt werden, mit welchen Daseinsbereichen wichtige Lebensziele verbunden sind, welche Einflussfaktoren auf Entscheidungen einwirken. Die Schülerinnen und Schüler sollen zwischen eigenen und den Vorstellungen anderer unterscheiden lernen und ermutigt werden, beim Lösen der eigenen Probleme Verantwortung zu übernehmen. Ein persönliches Profil eigener Fähigkeiten und Stärken soll als ein herausragendes Ergebnis am Ende des Seminars stehen. Daran schließt sich nahtlos der Besuch des Berufsinformationszentrums (BIZ) an: Der Besuch ist als erstes Kennenlernen des BIZ angelegt. Die Vermittlung von allgemeinen Informationen über die Nutzung des BIZ (durch das Arbeitsamt bzw. die Berufsberatung) sowie von Informationen über einen möglicherweise später einmal zu ergreifenden Beruf (auch als Resultat der vorangegangenen Seminarveranstaltung) werden hier angestrebt. Das, was im BIZ über den ausgewählten Beruf erarbeitet wurde, ist im Unterricht der Klasse auszuarbeiten und den anderen zu vermitteln. Ab dem Schuljahr 2005/06 soll zwischen Seminar und BIZ-Besuch noch eine Informationsveranstaltung mit Praktikern aus unterschiedlichen Berufen stattfinden, die die Maßnahmen in der Jahrgangstufe 10 zu einer schlüssigen, viertägigen Veranstaltung erweitert. Ferner wird in dieser Jahrgangsstufe die Vorbereitung des Betriebspraktikums in der Jahrgangsstufe 11 vorgenommen (Erarbeitung eines Praktikumsleitfadens, Organisation (Merkblätter) des Betriebspraktikums). Der Berufswahlunterricht in der Klasse 10 kommt zum einen auch unseren Abgängern zu Gute, zum anderen ist es laut Berufsberatung sinnvoll, das BIZ vor den Leistungskurswahlen in der Stufe 11 kennen gelernt zu haben. Neu aufgenommene Haupt- und Realschüler haben ebenfalls i. d. R. in den Klassen 9 und/oder 10 ihre ersten Kontakte zum BIZ. Jahrgangsstufe 11 Durchführung eines zweiwöchigen Betriebspraktikums oder eines zweiwöchigen Dualen Praktikums (i. d. R. in den letzten beiden Wochen des 1. Halbjahres): Die Schüler können wählen zwischen einem reinen Betriebspraktikum, in welchem sie zwei Wochen in einem Betrieb ihrer Wahl arbeiten, und (seit dem Schuljahr 2005/06) einem Dualen Praktikum, bei welchem sie in der ersten Woche an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf in einem Studiengang ihrer Wahl und in der zweiten Woche in einem dazu passenden akademischen Beruf hospitieren. Das Duale Praktikum wird in Zusammenarbeit mit der Stiftung „Pro Ausbildung“ der Unternehmerschaft Düsseldorf und der Heinrich-Heine-Universität durchgeführt. Im Unterschied zur Klasse 9 wählen die Schülerinnen und Schüler nunmehr eine Praktikumsstelle, die auf einen möglichen Berufswunsch hin orientiert ist. Die Schüler suchen selbstständig eine Stelle, erhalten jedoch bei Bedarf Hilfe von der Schule. Die Schüler werden durch sie unterrichtende Lehrer betreut und an ihrem Praktikumsplatz aufgesucht. Obligatorisch ist zudem die Abfassung eines Berichts nach Anleitung (Kriterienraster zur Beurteilung), der durch den betreuenden Lehrer korrigiert und benotet wird. Die Nachbereitung des Praktikums findet in einer gesonderten Veranstaltung auf Grundlage einer Umfrage bei Schülerinnen und Schülern zum Praktikum statt. Jahrgangsstufe 12 Im ersten Halbjahr der Jahrgangsstufe 12 erfolgen i. d. R. die Bewerbungen mit Einstellungstests und Vorstellungsgesprächen. Ein Angebot für die Jahrgangsstufe 12 (aber auch für andere interessierte Oberstufenschüler) ist die Teilnahme an einer Veranstaltung in einem Assessment-Center (auf freiwilliger Basis) zu: - Testverfahren - Simulation von Vorstellungsgesprächen - Bewerbungsschreiben Die Durchführung erfolgt in Zusammenarbeit mit Banken, Sparkassen, Versicherungen, IHK. Ferner steht eine Fahrt nach Aachen zum Uni-Informationstag auf dem Programm. Die Schüler folgen hier der Einladung von Professoren, die über bestimmte Berufsfelder berichten. Jahrgangsstufe 13 Die Jahrgangsstufe 13 soll in erster Linie dem Abitur vorbehalten bleiben. Allerdings werden die Schülerinnen und Schüler aufgefordert, an ergänzenden Maßnahmen wie z.B. am Primanertag, Sparkassentag, an den Hochschultagen (Schnupperstudium) teilzunehmen. Dies betrifft auch die Schüler der Jahrgangsstufe 12. Ebenfalls stufenübergreifend findet regelmäßig in der Schule, mindestens viermal im Schuljahr, eine Berufs-/Studienberatung zu von Schülern gewählten Themen, auch in Form von Einzelgesprächen statt (Präsenztage der Berufsberatung). Inzwischen wurde in der Schule ein Sekretariat für Fragen zur Berufswahlvorbereitung und Berufswahlorientierung eingerichtet. Gesammelt sind dort alle Materialien, die eingesehen oder ausgeliehen werden können. Eine Beratung durch die Koordinatoren für die Berufswahlvorbereitung (Herr Busch, Herr Wiesen, Herr Klein) findet nach Bedarf der Schüler statt. Übersicht Berufsorientierung in der Oberstufe (11-13)
|