Schulprogramm

X.5. Breitensport- und Fitnessförderung: Konzept ’Moderne Schulfitness’

Projektleitung/Ansprechpartner: Peter-Axel Müller

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass bereits 40% der zwölfjährigen Kinder Kreislaufprobleme haben, jedes dritte einen Haltungsfehler, jedes zweite Muskelschwächen und dass immerhin jedes fünfte Kind an Übergewicht leidet.

33% der Berufsschüler und 12% der Gymnasiasten klagen über ständige Rückenbeschwerden im Alltag. Seit 1980 hat sich die Zahl der Kinder mit mindestens 30% Übergewicht um die Hälfte erhöht.

Sportwissenschaftler und Ärzte warnen vor langfristigen gesundheitlichen Problemen von Kindern – hervorgerufen durch mangelnde Bewegung. Denn immer mehr Kinder verlieren die Beherrschung ihres Körpers und die Fähigkeit, ihre Bewegungen zu koordinieren. Schwache Ausdauerwerte führen außerdem zu schlechten Konzentrations- und Ermüdungswerten.

Trotz dieser alarmierenden Nachrichten über die allgemeine Verschlechterung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit Jugendlicher hat Sport an weiterführenden Schulen noch immer einen zu geringen Stellenwert (Unterrichtkürzungen sind die Regel).

Um diese Entwicklung zu stoppen, müssen bei Schülern, Lehrern und Eltern Einsichten hin zu bewussterer und gesünderer Lebensführung vermittelt werden.

Lösungsansätze

1. Qualitätssicherung

  • Moderne Fitness-Systeme in Schulen

  • Fortbildung von Sportlehrern

  • Erstellung von Trainingsplänen mit computergestützten Vorlagen

2. Veränderte Sportnotengebung

Aufteilung in 3 Teilnoten:

1. Techniknote

2. Fitnessnote

3. Theorienote


3. Fitnesstests

  • Standardisierte langfristige Testverfahren der körperlichen Fitness (nach Alter und Geschlecht) mit direkter Benotung.

  • Testdurchführung muss zeitlich und organisatorisch wenig Aufwand beanspruchen.

Ziel: eine Verbesserung der allgemeinen Leistungsfähigkeit der Jugendlichen, die für alle Parteien von Nutzen ist.

Schüler:

  • Verbesserte Einschätzung der eigenen körperlichen Leistungsfähigkeit

  • Motivationsanreiz durch objektive Benotung

Schule/Lehrer:

  • Trainingsprogrammgestaltung für schwache SchülerInnen

  • Förderung von schwachen und talentierten SchülerInnen über AGs, Vereine etc.

Eltern:

  • Erkenntnisse zur optimalen Bewegungsförderung

  • Langfristige Einsichten über den Entwicklungszustand des Jugendlichen

Auf diese Ziele will das Comenius-Gymnasium mit seinem Schwerpunkt ’Breitensport und Fitnessförderung’ hinarbeiten.

Entwicklungsziele:

  • Entwicklung von sportmotorischen Tests anhand der bereits vorliegenden erprobten Möglichkeiten mit wissenschaftlicher Begleitung

Arbeitsplan – Entwicklungsvorhaben

Ziel ist es über motorische Tests kurzfristig mit Benotung den Schülern Einsichten ihrer physischen Leistungsfähigkeit zu vermitteln.

Aufbauend auf diese Daten kann der Schüler mittelfristig über Trainingsprogrammgestaltung den angestrebten Zustand erreichen.

Langfristig erkennen Schülerinnen und Schüler über Jahre Auswirkungen des Trainings in Verhaltensweisen und Lebensführung.

Was ist zu tun?

  • verbindliche Einführung von Tests durch alle Stufen

  • Sicherung von Daten über den gesamten Schulzeitraum

Wer hat was zu tun?

  • alle Sportlehrer erstellen über jeden Schüler halbjährlich einen Fitnesszustandsbericht

  • ein Projektleiter sammelt die Daten in einer Datenbank, die Schulverlaufsentwicklung des Fitnesszustands eines Schülers sollte über einen längeren Zeitraum (1-7 Jahre) dargestellt werden

Entscheidungsgremien

  • Eltern, Sportlehrer, Schulleitung

Fortbildungsbedarf

  • Umgang mit Laptop zur Verarbeitung gewonnener Daten (Charterstellung)

  • Trainingsplanerstellung anhand vorgefertigter Musterpläne

Schnittstellen / Vernetzung / Ressourcen

Die zusätzliche neue Dreifachsporthalle ermöglicht bei Umsetzung des Konzepts „Multimediale Möglichkeiten einer modernen Dreifachsporthalle“ vielseitige Entwicklungen:

  • Verbesserung der Fitness von Lehrern, Eltern und Schülern

  • Qualitätsverbesserung des Sportunterrichts (multimediale Videotechniken)

  • Kompensation von Unterrichtsausfall durch zusätzliches Sportangebot

  • Mögliche Vernetzung zu anderen Fächern (fachübergreifender Unterricht) mit Biologie, Sozialwissenschaft, Musik

Zur Zeit sind die sachlichen, personellen und zeitlichen Ressourcen für die Umsetzung noch nicht ausreichend, die baulichen Planungsmaßnahmen sind jedoch bereits erfüllt. Anfragen an Unternehmen hinsichtlich Sponsoring/Sicherung des Konzepts sind erfolgt.

Auswirkungen

Mit den neuen baulichen Maßnahmen und zusätzlichen Ausstattungsmerkmalen sowie der Anpassung von erwünschten Ressourcen könnte das Comenius-Gymnasium zum Schulsportentwicklungszentrum werden und als Pilotschule den „bescheidenen Schulsportzustand“ in Deutschland verbessern helfen.

Eine Kooperation mit anderen sportinteressierten Schulen sowie die wissenschaftliche Begleitung von Sportinstituten wäre sicher hilfreich.