Politik am Comenius
Comenius-Schülerinnen als UNO-Diplomaten
Myanmar – Burma – Birma: ein Land, drei Namen und fünf Comenianerinnen, die es diplomatisch vertreten; zumindest im Rahmen der Berliner Simulation der Vereinten Nationen (BerMUN). Bereits zum achten Mal nahm eine Gruppe des Comenius-Gymnasiums an dieser Veranstaltung teil. Für dieses Simulationsspiel schlüpfen Schüler über mehrere Tage in die Rolle von Diplomaten eines anderen Landes und setzen sich intensiv mit den politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Gegebenheiten ihrer "Wahlheimat" auseinander, um von dessen Position aus zu verhandeln und zu debattieren. Das ist nicht immer einfach, wenn die eigenen politischen und persönlichen Einstellungen mit den Positionen des zu repräsentierenden Landes kollidieren – wie unsere Oberstufenschüler diesmal ganz besonders merkten.
Mit dabei waren Nadine Egelhof, Tanja Fischer, Eva Nelles, Nina Niesen und Ann-Kathrin Tielke. Die Schülerinnen aus den Jahrgangsstufen 12 und 13 debattierten als Repräsentanten von Myanmar mit rund 600 Jugendlichen aus 15 Nationen. Das Konferenzthema lautete "Empowering Women: A Prerequisite for Global Development" (Frauen mehr Verantwortung und Macht übertragen: eine Grundvoraussetzung für globale Entwicklung/globalen Fortschritt). In diesem Zusammenhang wurden Abrüstungs-, Menschenrechts-, Wirtschafts- und Sicherheitsaspekte diskutiert. Die Konferenzsprache war - wie bei der UN - Englisch. Damit die jugendlichen Teilnehmer einen realitätsnahen Einblick in die Arbeit von Diplomaten bekamen, referierten Experten von Botschaften, europäischen und internationalen Institutionen sowie von verschiedenen Gremien der Bundesregierung zu verschiedenen Aspekten des Konferenzthemas. Alle Referenten gaben wichtige Impulse für die verschiedenen Komitees, wo die jugendlichen "Diplomaten" debattierten und verhandelten, politische Forderungen formulierten und diese in Beschlüsse fassten, die in der abschließenden Vollversammlung nach hartem Ringen verabschiedet wurden.
Tanja Fischer resümierte ihre Erfahrungen folgendermaßen: "Die Arbeit in unseren Komitees hatte es in sich. Wir versuchten, die verschiedenen Resolutionen, die jedes Land im Vorfeld vorbereitet hatten, so zusammen zu fügen, dass alle damit einverstanden sein konnten. Das erwies sich als gar nicht so einfach, da wir, als Vertreter Myanmars, zum Teil sehr eigenwillige Meinungen repräsentierten. Dennoch gelang es uns durch zähes Verhandeln auch einige von unseren Forderungen in die Resolutionsentwürfe einzubringen, die dann in die Vollversammlung eingebracht und dort verabschiedet wurden. Die BerMUN-Conference hat uns allen sehr viel Spaß gemacht. Nicht nur, dass wir ein neues, uns vorher unbekanntes Land kennen und verstehen gelernt haben, sondern auch, dass wir viele neue Menschen kennengelernt und interessante Ansichten erfahren haben, machte die Konferenz zu einem einmaligen Ereignis, für das wir uns herzlich bei den begleitenden Lehrerinnen (Frau Hartmann-Scheer und Frau Saatkamp) und beim Förderverein des Comenius-Gymnasiums bedanken möchten, der dieses Projekt finanziell unterstützt hat."
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