Im Rahmen der Aidsprophylaxe besuchte die Jahrgangsstufe 11 erstmals die AIDS-Hilfe Düsseldorf e. V. in der 6. Kalenderwoche 2009. Da nicht alle auf einmal platz finden konnten, fanden die Besuche im Klassenverband statt, koordiniert wurde dies von Frau Baumgart. So hatten wir das Vergnügen einen ganzen Vormittag am Donnerstag den 5. Februar von 8:50 Uhr angefangen bis ca. 13:00 Uhr, uns über das Thema „AIDS“ zu informieren und mit Betroffenen zu reden und diskutieren.
Nach einer kurzen Einführung durch Helmut Kiolbassa, dem Bereichsleiter der Jugendprävention, wurden wir dazu aufgefordert, uns in Paaren zusammenzufinden und uns anhand eines Interviewbogens gegenseitig zu befragen. Der erste Teil war persönlicher Natur, im zweiten hingegen war die eigene Meinung zum Thema „ Aids“ gefordert. So wurde zum Beispiel nach Freddy Mercury und Magic Johnson gefragt. Danach sollten wir eine Einschätzung abgeben, wie viele Menschen in der BRD HIV–positiv sind. Anschließend wurden die Ergebnisse vorgetragen und ausführlich besprochen. Überraschend war die Tatsache, dass es sogenannte „Druckräume" für Drogenabhängige gibt, in denen sie mit frischen Spritzen versorgt werden, damit sich das Risiko einer Infektion mit dem HI-Virus bei der Drogeneinnahme verringert. Stichwort „Safer Use“: Auch das Thema „Safer Sex" war an der Tagesordnung. So war einigen Mitschülern wohl noch nicht bekannt, dass die Anti-Baby-Pille nicht vor einer Infektion schützt! Viele andere Missverständnisse wurden aufgeklärt in einer lustigen Frage- und Antwortrunde, in welcher sich der Gruppenleiter immer wieder als kleines unschuldiges Kind zu verstehen gab. Des Weiteren bekamen wir einige interessante Fakten zu unserer Landeshauptstadt genannt. So ist Düsseldorf eine der sechs der Großstädte, in denen es die meisten HIV–Infektionen gibt.

Nach einer kurzen Pause bekamen wir dann endlich die so sehr erwarteten Gäste zu Gesicht. Schnell verwickelten wir uns in ein sehr interessantes und informatives Gespräch. Zunächst möchten wir Stefan vorstellen. Stefan ist 32 Jahre alt und lebt mit seiner Freundin zusammen, die allerdings nicht infiziert ist. Als 2003 die Krankheit bei ihm diagnostiziert wurde, brach für ihn eine Welt zusammen. Von da an musste er sein Leben komplett umstellen. Der frühere Bauarbeiter ist nun Hartz–IV–Empfänger und arbeitet ehrenamtlich in der AIDS–Hilfe, um bei Treffen wie unserem aus der Praxis zu berichten. Erschreckend waren die Reaktionen mancher Freunde, „selber Schuld" hieß es. Auch einige Ärzte weigerten sich ihn zu behandeln. Obwohl er ständig Medikamente einnimmt, fühlt er sich immer schnell müde und erschöpft, so wird er andauernd an seine Krankheit erinnert. Eine große Hilfe für ihn ist seine Freundin die ihm beisteht, aber auch die AIDS-Selbsthilfegruppe in Düsseldorf. Die traurige Gewissheit, die er mit sich herumträgt, ist, dass er das Rentenalter wohl nie erreichen wird.
Ähnlich geht es dem 52-jährigen Achim. Achim und Stefan verbindet ein gemeinsames Problem, sie wissen nicht wo, sie sich angesteckt haben. Das könnte man nie so genau sagen, denn Aids hat eine Inkubationszeit von knapp 10 Jahren, meistens lässt sich erst nach dieser Zeit eine Diagnose in Bezug auf Aids stellen. Doch in seinem Leben hatte Achim auch viel Glück. Seine Frau und seine zwei Kinder sind HIV-negativ. Die Einnahme von den Aidsmedikamenten bringt viele Nebenwirkungen mit sich, unter denen Achim stark zu leiden hat. So hat er z. B. kein Gefühl mehr in seinen Füßen. Zudem klagt er unter Schwindelanfällen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Durchfallerkrankungen und Gicht. Bedingt durch die Krankheit ist das Krebsrisiko stark erhöht und so hatte er auch schon mit Darmkrebs zu kämpfen. Die Medikamente bringen ihn durch den Tag, erinnern ihn zugleich an die Krankheit und zwingen ihn sich mit ihr auseinander zusetzten. Beruf, Karriere, Familienleben - nichts ist mehr so wie früher. Trotzdem habe er noch Spaß im Leben, sagte Achim. Er habe zwar Angst vor dem Tod, aber die Hoffnung überwiege.
Nachdem sich Stefan und Achim verabschiedeten, sprachen wir mit Helmut noch etwas über die Geschichte der Krankheit. So war es interessant zu erfahren, dass erst 1983 der Virus in Paris entdeckt wurde. Zwei Jahre später wurde die AIDS-Hilfe Düsseldorf ganz nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe" gegründet. Ein kleiner Hinweis an alle 12er: Sie bieten auch Hilfe bei den Facharbeiten an. Zusätzlich besteht die Möglichkeit innerhalb der AIDS-Hilfe ein Praktika zu absolvieren.
Abschließend würden wir sagen, dass das Treffen ein voller Erfolg war. Unsere Erwartungen wurden erfüllt und wir haben viel dazu gelernt! Wir können den nachfolgenden Jahrgängen diesen Besuch nur empfehlen, denn es hat sich deutlich herausgestellt, dass es immer noch Aufklärungslücken bei den Schülern gibt. Mit dankenden Worten an Frau Baumgart und die AIDS-Hilfe Düsseldorf e. V. beenden wir nun unseren Bericht.
Katharina Busch und Ralf Beyer
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